Montag, Februar 23, 2015

Kapitel Zwei



Alphons Clenin war ein liebender, netter Mann, der hielt für seine Pflichte, anderen Leuten immer zu helfen, und der diese Pflichte mit einer großen Entschlossenheit vornahm. Es wurde oft gesagt, dass es immer Gotts Plan war, dass Alphons Polizist von Twann werden würde, und dass war wahrscheinlich die Wahrheit. Keine Wunder dann, dass er, Bleistift in einer Hand und Tasse Kaffee in anderer, fast die ganze Nacht über das Verbrechen nachdachte. Er untersuchte die Strafanziege immer wieder und er dachte viele Theorien aus, aber er wusste bestimmt nur drei wichtige Fakten.

1. Der Täter war im Wagen.

Der Mercedes hatte keine Beschädigung—weder Fenster noch Schieben wurde abgebrochen, also die Kugel hätte im Wagen anfangen müssen, vom Gewehr zu fahren. Die rechte Wagentür stand offen, aber Ulrich hätte sie nicht öffnen können, weil er links vom Steuer saß. Es war vielleicht eine Möglichkeit, dass der Täter zuerst die Wagentür geöffnet hatte und dann danach ihn beschossen hatte, aber dann warum waren die Türen nicht abgeschlossen, als er versuchte, den Wagen einzugehen? Und wenn der Täter zuerst im Wagen war, was war die Beziehung zwischen ihm und Ulrich? Kannten sie gut einander?

2. Entweder war Ulrich gerade angefangen oder hatte er vor, bald wegzufahren.

Alphons hatte am Tatort die Autoschlüssel auf dem Boden des Wagens gefunden—Ulrich hatte sie bestimmt von seiner Hand fallen lassen. Aber man nur hätte die Autoschlüssel in der Hand gehabt, wenn er gerade angefangen war oder wenn er hatte vor, bald zu gehen. Warum war er dort? Wartete er auf jemanden, vielleicht den Täter? Wartete er die ganze Zeit im Wagen für diese Person?
Und der Wagen—das war der seltsamste Teil. Es gab nichts außergewöhnlich über den blauen Mercedes.  Er war in gutem Zustand, er funktionierte und, wie es wird schon gesagt, er hatte keine Beschädigung. Was war seltsam über Ulrichs Wagen? Man hatte keine Ahnung, weil man nichts über Ulrichs Wagen wusste.

3. Der blaue Mercedes gehört nicht zu Ulrich.

Im Handschuhfach des Wagens fand Alphons Information, die sagte, dass der Wagen zu Leila Boller gehörte—eine Frau, die in Twann lebte. Ein toter Polizeileutnant in einem gestohlenen Wagen: was für eine Überschrift!

Deswegen stand Alphons den nächsten Morgen in der kalten Novemberluft vor einem alten Haus mit einem verwachsenen Garten: der Wohnort von Leila Boller. Er klopfte an der Tür und wartete.

Fortsetzung folgt…



etwas für eine Pflichte halten – to deem something as a duty
vornehmen – to conduct
die Strafanzeige – crime report
der Täter – suspect
die Beschädigung – damage
der Tatort – crime scene
in gutem Zustand – in good condition
das Handschuhfach – glove compartment
die Überschrift - headline
verwachsen - overgrown

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